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presse:winter12 [25.01.2019 20:05] (aktuell)
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 +====== Weihnachtskonzert 2012 ======
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 +===== Kammerorchester bietet ein rundum gelungenes Konzert =====
 +==== Ravensburger Schwörsaal war ausverkauft — Höhepunkt des Konzerts war die African Suite für Streichorchester und Harfe ====
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 +RAVENSBURG (sz) -- Das Oberschwäbische Kammerorchester hat im ausverkauften Schörsaal in Ravensburg ein Konzert gegeben. Unter einfühlsamer Leitung des Dirigenten Marcus Hartmann ließ sich das Publikum weihnachtlich einstimmen.
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 +Das Weihnachtskonzert Concerto Grosso g-Moll op. 8 Nr. 6 von Giuseppe Torelli (1658--1709) eröffnete das Konzert mit klanglich gekonnter Abwechslung zwischen den Solopartien (Alexander Spindler, Christian Zierenberg, Priska Ziegler, Georg Enderwitz) und den Tuttipartien. Gefolgt vom C-Dur-Konzert für Oboe, Streicher und Basso Continuo von Domenico Cimarosa (1749--1791) begleitete das Kammerorchester den Solisten Adrian Ionut Buzac. In Rumänien geboren erhielt dieser den ersten Oboenunterricht mit elf Jahren, mit 16 Jahren begann er mit dem Studium bei Lothar Koch am Mozarteum in Salzburg, wurde erster Preisträger österreichischer und internationaler Wettbewerbe,​ und lehrt seit 2008 als Professor für Oboe und Kammermusik am Landeskonservatorium Vorarlberg in Feldkirch. Mit schönen Kantilenen interpretierte er die Sätze Introduzione -- Larghetto, Allegro, Siciliana und Allegro giusto souverän und abwechslungsreich. ​
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 +Das darauffolgende Divertimento B-Dur, die zweite Salzburger Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart (1756--1791) entführte in die Zeit seiner Italienreise,​ die Komposition folgt der "​italienischen Art", der charakteristischen Mischung aus energischem Ausdruck und sanglicher Melodik. Das Kammerorchester überzeugte mit musikalischer Sensibilität und homogenem Orchesterklang.
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 +Nach der Pause, die auf Anregung des Dirigenten -- mangels der üblichen Pausenbewirtung bedingt durch die Ferien -- mit interessanten Gesprächen verbracht werden konnte, bot sich der Höhepunkt des Abends: Die African Suite für Streichorchester und Harfe von Fela Sowande (1905--1987) dürfte eine Erstaufführung im Ravensburger Raum gewesen sein.
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 +**Afrikanische Rhythmen**
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 +Olufela Obafunmilayo Sowande wurde 1905 in Abeokuta in Nigeria geboren und starb 1987 in Ravenna/​Ohio,​ USA. Er gilt als Vater der modernen nigerianischen Musik. Nachdem er zunächst in London mit einem Ingenieurstudium begonnen hatte, widmete er sich mehr und mehr der Musik, gründete zusammen mit karibischen Musikern ein Jazzseptett,​ war Duopartner des legendären Jazzpianisten Fats Waller, arbeitete zugleich aber auch als Organist bei der BBC und als Chorleiter in der Kingsway Hall. Später studierte er dann Musik an der University of London und am Trinity College of Music.
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 +Nach einigen Berufsjahren in London ging er 1953 zurück nach Afrika, lehrte dann ab 1968 bis zu seinem Tod an verschiedenen Universitäten in den USA. Seine Musik ist gekennzeichnet durch afrikanische Rhythmen und Einflüsse der pentatonischen Melodien der nigerianischen Yoruba-Musik und anglikanischer Kirchenmusik. Dies zeigt sich auch in der African Suite, die mit den Sätzen Joyful Day, Nostalgia, Lullaby, Onipe und Akinla die verschiedenen kompositorischen Elemente widerspiegelt. ​
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 +Nach rhythmischem Beginn und interessantem Wechselspiel zwischen Orchester und Harfe folgte mit dem Lullaby ein stimmungsvoll getragenes Querflötensolo (sehr ausdrucksvoll:​ Maria Hartmann), mit dem Onipe ein weiteres Kleinod, das die Harfe in ihrer klanglichen Eigenheit würdevoll zur Geltung kommen ließ (mit warmem Ton: Melissa Hartmann), ein schwungvolles Akinla rundete schließlich einen gelungenen Konzertabend ab.
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 +Das Oberschwäbische Kammerorchester bot im Konzerthaus((sic!)) ein gelungenes Konzert. (Foto: Privat)
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 +//​Schwäbische Zeitung vom ??. Dez. 2012// ​